Mietwagen Irland: Was Padraig am Schalter nicht sagt
Alles, was du für Autovermietung in Irland wissen musst: So findest du seriöse Anbieter, umgehst Kostenfallen und startest entspannt in deinen Roadtrip.
Ein Auto mieten ist in Irland saumäßig teuer. Sorry, für das Überbringen dieser schlechten Nachricht.
Aber.
Heute verrate ich dir, wie du den für dich perfekten Mietwagen findest und dabei eine Menge Zeit und Geld sparen kannst.
Dies ist ein umfassender Guide. Lies ihn einmal durch und arbeite dich danach Kapitel für Kapitel durch.
Es lohnt sich, die Zeit zu investieren.
So nutzt du diese „Bibel des gepflegten Automietens in Irland”
Irland kannst du gut mit Bus, Bahn und mit Touristenbussen erleben. Aber du bist dabei weder spontan, noch flexibel. Viele Orte kannst du mit dem ÖV nicht, oder nur schwer erreichen. Der „Paddywagon”, der berühmteste Touristenbus in Irland, fährt zwar zu den wichtigsten Highlights, aber sagt dir wann und wo du sein musst. Immer.
Für mich persönlich war dies nie eine Option. Wenn ich Irland bereise, dann auf eigene Faust. Auf einen Mietwagen kommst du also nicht herum, wenn du unabhängig und frei sein willst.
Wie schon erwähnt ist Irland bei der Automiete berüchtigt für seine hohen Preise, komplizierten Versicherungen und echt fiese Gebührenfallen. Genau hier helfe ich dir mit diesem Artikel.
Er führt dich schrittweise von der ersten Idee („Brauche ich überhaupt einen Mietwagen?”) bis zur stressfreien Rückgabe am Ende deines Roadtrips.
Ich zeige dir:
Brauche ich überhaupt einen Mietwagen in Irland?
Wann und wo buchen, um nicht zu viel zu zahlen?
Welches Auto passt zu mir und meinem Gepäck?
Welche Versicherung brauche ich wirklich – und welche nicht?
Abholung: Diese Checks musst du direkt am Schalter machen.
Fahren in Irland: Linksverkehr, Maut, Parken und Co.
Rückgabe und Unfall – so vermeidest du Stress am Ende.
Brauche ich in Irland überhaupt einen Mietwagen?
Kurze Antwort.
Ja.
…aber. Nicht immer.
Wenn du ausschliesslich Dublin und Umgebung entdecken möchtest, kommst du mit DART (das ist so ne olle Strassenbahn), Bus und per Pedes bestens durch die quirlige Hauptstadt.
Ein Mietwagen in Dublin bedeutet nur Ärger. Parkplatzsuche, Parkgebühren, Maut auf der M50 und ein Auto, das drei Tage unbenutzt vor dem Hotel steht. Im schlechtesten Fall wird dir die Karre noch aufgebrochen und deine Wertsachen geklaut.
(Zwischentipp: Niemals Wertsachen im Auto lassen, schon gar nicht sichtbar. Auch keine Koffer oder Taschen).
Das bedeutet nur Ärger.
Anders sieht es aus bei einem Roadtrip durchs Land. Westküste, Wild Atlantic Way, Connemara oder hier zu uns in den Südwesten. Ohne Auto nur halb so schön. Busse fahren selten, Verbindungen enden in der nächsten Kleinstadt und die schönsten Orte liegen am Ende von Strassen an denen ein Bus noch nie hingefahren ist.
Meine Faustregel:
Fährt der Irland-Touri aus Dublin raus, ist es mit dem ÖV aus die Maus.
(An meinen poetischen Fähigkeiten arbeite ich noch. Danke für dein Verständnis.)
Du benötigst auch keinen Leihwagen für die ganze Reise. Plane deinen Dublin Aufenthalt am Ende oder an den Anfang deines Urlaubes. Dublin ohne Auto. Dieses kannst du auch in Cork, Galway, Belfast oder Muckanaghederdauhaulia mieten.
Ok, im letzteren nicht. Aber dieses Landgut (Townland) ist mit 22 Buchstaben der längste einwortige Ortsname in Irland. Dessen Bedeutung ist übrigens „Schweinesumpf zwischen zwei Meeresbuchten”.
Muckanaghederdauhaulia.
Aber ich schweife ab. Gehen wir weg von Muckanaghederdauhaulia und kommen zur wichtigsten aller Fragen. Die Mutter-Frage aller Mietwagen-Fragen.
Wie zum zwischen zwei Meeresbuchten liegenden Schweinesumpf bekomme ich einen bezahlbaren Mietwagen in Irland?
Wann und wo buchen — und warum niemals am Schalter
Nun also die Antwort wie du für wenig Geld ein vernünftiges Auto ohne dein schweinesumpfiges Bankkonto trocken zu legen mieten kannst.
In Irland gibt es laut Touristenjargon drei Jahreszeiten.
Noch-nicht-alles-offen-oder-schon-alles-geschlossen-Saison (Frühling und Herbst: perfekt. Wetter oft leicht besser als im Winter, Preise normal. Oder was Iren als normal empfinden.)
Tote-Hose-Saison (Winter: schweinekalt, zappenduster von 16.00 Uhr – 10.00 Uhr und 6 Monate Dauerregen)
Ausnehmen-wie-eine-Weihnachtsgans-Saison (Juli und August: Hey Mary, gefrier schon mal den Truthahn ein, es ist höchste Zeit die Touristen abzuzocken)
Du hast dich für die Ausnehmen-wie-eine-Weihnachtsgans-Saison entschieden, stimmt’s? Du musst noch viel lernen, aber hey, dafür gibt es ja die Irland.Community.
Laut Statistik der irischen Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Touristikbehörde ist der Februar der günstigste Monat ein Auto zu mieten. Wogegen der teuerste Monat der Juli ist. Bis zu 70 Prozent teurer über dem Jahresschnitt kommt dich geliehener Schlitten zu stehen.
170 Prozent kommt der Sache wohl näher.

Aber wir haben einige Schalthebel, die du nutzen kannst, um den Schaden einzudämmen.
Wertvolle Tipps um in Irland günstiger ein Auto zu mieten
Was wollte ich hier schreiben? Ah. Never mind.
Gehen wir zum nächsten Kapitel.
Haha, war nur ein Witz. Dies ist der wichtigste Teil. Also pass gut auf.
Falls du die Irland.Community noch nicht abonniert hast, könntest du jetzt ein Abo da lassen.
Tausende haben dies vor dir schon getan und warten wie die Barbaresken-Korsaren aus Nordafrika, sehnsüchtig darauf, endlich Baltimore plündern und brandschatzen zu können. (Spannende und traurige Geschichte, im Übrigen).
Aber meine Abonennten warten jeweils auf Sonntag. An diesem Morgen gibt es zwischen dem zweiten und dritten Kaffee einen neuen Artikel. Druckfrisch aus Irland.
Erfahrene Reiseblogger, Reiseöxperten und kleine Lichter wie ich schwören auf..
… Mietwagen-Vergleichsportale!
Boom.
Da gibt es die bekannten Dinger wie Booking.com oder Expedia. Hier kannst du Flüge, Übernachtungen, Autos und wahrscheinlich auch knappe Bikinis buchen.
Kayak gibt es auch noch. Wobei mir nicht logisch erscheint, wieso ich bei denen zwar ein Auto, aber kein Kajak leihen kann.
Besser als diese drei Portale sind auf Mietwagen spezialisierte Portale. Statt du mühsam die einzelnen Anbieter wie Hertz, Avis, Entenscheiss oder Büdschee abklapperst und erst noch die Bedingungen nicht vergleichen kannst, gehst du einfach auf ein Mietwagenportal und zack.
Die vier besten Vergleichsportale für Mietwagen in Irland
Check24 → Vergleich hier anfordern
Navigation übersichtlich, Filteroptionen ausgezeichnet, Stornierung immer 24h vor Mietbeginn. Oft günstige Angebote, freundlicher Kundenservice. Testsieger bei ntv „Mietwagenportale”. Anbieter im Pool: Avis, Europcar, Hertz, Sixt.
Nachteil: Kundenservice manchmal mit Warteschleife.
billiger-mietwagen.de → Zum Anbieter
Navigation übersichtlich, Filteroptionen besonders vielfältig, Stornierung immer 24h vor Mietbeginn. Zahlung auch per Bankeinzug möglich. Stiftung Warentest Testsieger (Sehr gut, 1,4). Kundenservice besonders hilfsbereit, AGBs transparent aufgeschlüsselt. Anbieter im Pool: Avis, Budget, Europcar, Hertz.
Nachteil: Transparenz der Geschäftsbedingungen könnte besser sein.
Auto Europe → Vergleich hier anfordern
Zahlung auch per Bankeinzug, freundlicher Kundenservice, Stornierung bis 48h vor Mietbeginn. Stiftung Warentest (Gut, 2,1). Anbieter im Pool: Avis, Budget, Europcar, Hertz.
Nachteil: Navigation etwas unübersichtlich, Filteroptionen einfach gehalten.
Discover Cars → Vergleich hier anfordern
Keine versteckten Gebühren, 24/7 mehrsprachiger Kundenservice, kostenlose Stornierung bis 48h. Niedrigere Preise durch direkte Preisverhandlungen mit Autovermietungen. Über 500 Anbieter im Pool. World Travel Tech Awards: World’s Best Car Rental Booking Website 2022.
Nachteil: Keine gefunden.
Game on.
Sieben Schritte, um einen günstigen Mietwagen in Irland zu buchen

1. Reisedaten klären — Wann anreise, wann abreise. Klingt banal, ist die Basis für alles.
2. Mietwagen-Zeitraum festlegen — Brauchst du das Auto ab Tag eins, oder erst wenn du Dublin verlässt? Jeder Tag weniger spart bares Geld.
3. Vergleichsportal öffnen — Eines der vier oben genannten. Daten eingeben, Angebote laden lassen.
4. Fahrzeugklasse wählen und filtern — Nicht das erstbeste nehmen. Filter nutzen: Versicherung, Getriebe, Kilometerfreiheit.
5. Angebote vergleichen — Äpfel mit Äpfeln. Was ist inkludiert, was kostet extra? Der günstigste Grundpreis ist selten der günstigste Gesamtpreis.
6. Versicherungsdetails prüfen — Was deckt die CDW, was nicht? Dazu gleich mehr in Kapitel 4 dieses Guides.
7. Buchen — Online, im Voraus, nie am Schalter. Wer früh bucht, zahlt weniger. Wer in der Hochsaison last minute bucht, zahlt alles.
Warum du niemals am Schalter buchen solltest
Wer am Abholschalter ankommt ohne Vorausbuchung, zahlt den Tagespreis. Und der Tagespreis in Irland ist kein Angebot — er ist der Preis, den Padraig dir macht, wenn er weiss, dass du keine Wahl mehr hast. Du stehst bereits am Flughafen. Dein Koffer dreht seine Runden. Und ohne Auto kommst du nicht von der Stelle.
In der Hochsaison kann der Schalterpreis 40 bis 80 Prozent über dem Online-Preis liegen. Für eine Woche Mietwagen bedeutet das schnell 200 bis 400 Euro Unterschied — für exakt dasselbe Auto, denselben Vermieter, dieselbe Strecke.
Dazu kommt: Am Schalter hast du keine Zeit zum Vergleichen. Du siehst ein Angebot, du nimmst es oder lässt es. Online hast du Filteroptionen, Kundenbewertungen, Versicherungsvergleiche und Stornobedingungen nebeneinander — in Ruhe, ohne Zeitdruck, ohne Padraig, der dich freundlich anlächelt, während er dir die Vollkasko andrehen möchte.
Die Regel ist simpel: Buche online, im Voraus, über ein Vergleichsportal. Wer das macht, zahlt weniger, ist besser versichert und steht am Schalter nur noch um die Schlüssel abzuholen.
Welche Autovermieter sind in Irland unterwegs?
Die bekannten Namen dominieren: Hertz, Avis, Enterprise, Europcar, Budget, Sixt. Ich habe persönlich mit den meisten von ihnen Erfahrung — und bin nie wirklich schlecht gefahren. Wer ins Klo greift, greift meistens nicht wegen des Vermieters ins Klo, sondern wegen mangelnder Vorbereitung.
Meine ehrliche Meinung: Der Vermieter ist weniger wichtig als das Paket. Was ist inkludiert? Welche Versicherung? Welche Stornobedingungen? Das entscheidet — nicht, ob Hertz oder Budget draufsteht.
Zur Orientierung die bekanntesten Anbieter mit Standorten in Irland, grob nach Präsenz sortiert:
Hertz (14 Standorte), Enterprise (24 Standorte), Europcar (20 Standorte), Budget (9 Standorte), Sixt (7 Standorte), Keddy (17 Standorte), Thrifty (5 Standorte), Avis (6 Standorte), Alamo (4 Standorte), Easirent (4 Standorte).
Aktuelle Kundenbewertungen für jeden Anbieter am konkreten Standort findest du direkt im Buchungsprozess auf Discover Cars — dort werden nach jedem abgeschlossenen Mietverhältnis verifizierte Bewertungen gesammelt. Discover Cars empfiehlt, nur Anbieter mit einem Score von 8 oder höher zu wählen — das ist ein guter Filter, den du vor der Buchung nutzen solltest.
Kein Portal hat eine Bestpreis-Garantie. Die Preise variieren täglich. Aber wer mit einem Vergleichsportal startet statt direkt beim Anbieter zu buchen, ist fast immer besser dran.
Hier eine Übersicht der Anbieter:
Flizzr — Ausgezeichnet (9,3) — 3 Standorte
Alamo — Ausgezeichnet (9,3) — 4 Standorte
Hertz — Ausgezeichnet (9,1) — 14 Standorte
Enterprise — Ausgezeichnet (9,1) — 24 Standorte
Sixt — Ausgezeichnet (9,1) — 7 Standorte
Budget — Ausgezeichnet (9,0) — 9 Standorte
Thrifty — Sehr gut (8,9) — 5 Standorte
Keddy — Sehr gut (8,6) — 17 Standorte
Avis — Sehr gut (8,6) — 6 Standorte
Europcar — Sehr gut (8,5) — 20 Standorte
Easirent — Gut (7,6) — 4 Standorte
(Bewertungen und Standortzahlen als Orientierung — aktuell auf dem jeweiligen Vergleichsportal prüfen).
Welches Auto passt zu mir und meinem Gepäck?
Ein gelungener Roadtrip steht und fällt damit, das richtige Auto zu wählen.
Auch in Irland wählst du bei der Buchung eine Fahrzeugklasse aus. Deine Lieblingsmarke kannst du nicht wählen.
Welches Auto du fährst, ist dem Zufall überlassen.
Ist ein kleineres Auto wirklich besser?
Anfänger im Linksverkehr? Mit Sicherheit neigst du zur Miete eines Kleinwagens.
Diese Kategorie von Autos hat einige Vorteile. Kleinwagen sind wendiger und leichter einzuparken. Die Gefahr, auf den engen irischen Straßen eine Trockenmauer zu touchieren, ist ebenfalls geringer.
Schadensfall Nummer eins sind Kratzer auf der linken Fahrzeugseite – verursacht durch Mauern und Sträucher.
Doch welche Vorteile haben große Autos gegenüber kleinen?
Es gibt mehr Platz im Innenraum und mehr Beinfreiheit. Auch mehr Stauraum! Für mich ein wichtiger Aspekt.
Stell dir das mal vor. Drei Personen, drei mittelgroße Koffer und jeder noch Rucksack oder Fototasche. Das alles soll in einem Kleinwagen Platz finden?
Da kannst du noch so geschickt verstauen. Diese Autos sind für maximal zwei Gepäckstücke konzipiert.
Fahrkomfort ist ein weiterer Vorteil. Unebenheit ist ein Merkmal irischer Straßen.
Vornehm gesagt.
Nicht jedes Schlagloch kann umfahren werden. Wenn es einen richtig erwischt, stößt man sich im Kleinwagen den Kopf.
Was ist das Unschöne an diesem Punkt auf der Seite der Autovermieter?
Dein Geldbeutel wird ganz schön bluten. Sobald du dich vor Ort dann doch für den Mittelklassewagen entscheidest.
Meine Empfehlung: Eine Klasse höher buchen als du denkst zu brauchen. Online, im Voraus. Wer erst am Schalter aufstockt, zahlt den vollen Tagespreis — und der ist saftig.
Die Fahrzeugklassen im Überblick
Zur Orientierung was dich in den häufigsten Klassen erwartet:
Kleinwagen — z.B. VW Polo, Ford Fiesta, Fiat 500, Skoda Citigo. 1 Gepäckstück, eng, wendig. Für Solofahrten oder Paare mit Handgepäck.
Kompakt / Mittelklasse — z.B. Renault Clio, Toyota Corolla. 2 Gepäckstücke, deutlich angenehmer für längere Strecken.
SUV — z.B. VW T-Cross. Mehr Übersicht, mehr Komfort, mehr Preis.
(Modelle variieren je nach Anbieter und Verfügbarkeit — diese Liste dient nur zur Orientierung)
Autovermietung in Irland Tipp #1
Wähle immer eine Wagenklasse höher als geplant. Vergleiche die Preise und buche deinen Mietwagen online. Sei dir über deine Präferenzen bezüglich der Wagenklasse bei der Buchung im Klaren.
Ein wenig mehr Komfort? Automatik kostet!
Sind die Pedale beim Rechtslenker auch so, wie ich sie vom Linkslenker gewohnt bin?
Das wird oft gefragt. Obwohl dem so ist, erwägen viele Urlauber den Luxus eines Automatikautos.
Schließlich hat man mit dem Linksverkehr und dem Lenken auf unbekannten, unebenen, engen und kurvigen Straßen mehr als genug zu tun.
Automatikautos sind im Mietpreis einiges teurer als Handschalter.
Zum Zeitpunkt der Recherchen für diesen Artikel (Mai 2026) waren es gut 20 Euro pro Tag.
Autovermietung in Irland Tipp #2
Automatik ist nice to have. Wenn du ein Auto mit Automatikgetriebe haben möchtest, solltest du es online buchen.
Wie bei allem: Lass dir am Abholschalter nichts aufschwatzen.
Das tolle Sonderangebot, auf Automatik umsteigen zu können, mag nur 20 € pro Tag kosten. Für zehn Tage werden dir 200 Euro zusätzlich abgeknöpft.
Niemals Äpfel mit Birnen vergleichen
Früher waren wir viel in Irland unterwegs. Ein, zwei, drei Urlaube pro Jahr auf der Grünen Insel durften schon sein.
Bei der Planung und Vorbereitung nimmt die Suche nach einem Mietwagen im Internet einen großen Teil der Zeit in Anspruch.
Autovermieter um Autovermieter werden abgeklappert. Avis, Hertz, Europcar, Thrifty.
Das Ziel immer vor Augen. Das günstigste Angebot mit dem besten Service finden.
Hört sich in der Theorie logisch an. In der Praxis sieht es leider so aus: Die Angebote sind kaum miteinander vergleichbar.
Was der eine anbietet, gibt’s beim anderen nicht oder nur gegen Aufpreis. Wobei diese Mehrkosten oft erst bei der Buchung entstehen.
Im schlimmsten Fall bleibt nur die Möglichkeit, die AGB’s zu lesen, um die Angebote unterscheiden zu können. Wer liest schon das Kleingedruckte bis ins kleinste Detail?
Gut, dass es eine Plattform gibt, auf der alle Autovermieter direkt vergleichbar sind.
Autovermietung in Irland Tipp #3
Es kostet Zeit, sich im Angebotsdschungel zurechtzufinden.
Ein vermeintlich günstiges Angebot kann am Ende teuer werden. Lass dir Zeit zu buchen und achte darauf, welche Leistungen inkludiert sind.
Buche deinen Mietwagen immer im Voraus und nutze ein Vergleichsportal. So kannst du schnell und übersichtlich das Preis-Leistungs-Verhältnis der Angebote vergleichen.
Ich kann dir das von Billiger Mietwagen empfehlen.
Einfach und funktionell ist die Suchmaske aufgebaut. Bereits bei der ersten Suche kannst du Optionen in Bezug auf die Versicherung und die Fahrzeugklasse auswählen. Nach der Auflistung der Suchergebnisse hat man die Möglichkeit zur Verfeinerung der Suche.
Die Non-Plus-Ultra-Angebote stehen immer ganz oben. Das sind die Angebote, auf welche Verlass ist. Es ist entweder der Preis-Leistungs-Sieger oder der Rundum-Sorglos-Sieger.
Letzterer ist ein Mietwagenangebot, das mit dem bestmöglichen Versicherungspaket ausgestattet ist.
Bist du Mitglied beim ADAC? Dann vergleiche dein Angebot vom Vergleichsportal mit demjenigen des ADAC. Oftmals kommst du so noch einmal besser weg.
Bist du kein ADAC Mitglied, kannst du das beste Angebot, welches du gefunden hast, noch mit demjenigen der „Grünen Insel” vergleichen.
Versicherung: Was du wirklich brauchst — und was du dir sparen kannst
Jetzt wird es richtig dreckig.
Versicherungen sind kein Zuckerschlecken. Sie verkaufen Produkte, die du gar nicht brauchst. Die Chancen stehen gut, dass du viele Dinge bereits durch deine Autoversicherung abgedeckt hast.
Verursachst du einen Schaden, wird die Versicherung auf das Kleingedruckte pochen. Das betrifft nicht nur die Mietwagenversicherung.
Aber was sind die Stolperfallen, wenn man sich in Irland ein Auto mietet?
Für Verwirrung und Aufregung sorgt immer wieder die sogenannte „Selbstbeteiligung”.
Dieser Punkt ist super wichtig.
Selbstbeteiligung im Schadensfall: Lange Gesichter bei der Abholung
Für Verwirrung sorgt dein Vermieter spätestens bei der Abholung des Autos. Er eröffnet dir, dass deine Kreditkarte mit einem vierstelligen Betrag blockiert wird.
Peng.
Spätestens hier sind viele Leute ratlos und mangelnde (Englisch-)Kenntnisse sorgen für rote Köpfe.
Die Rede ist von der Sperrung eines Betrages von 1.500 – 5.000 Euro auf deiner Kreditkarte. Im Schadensfall hat der Autovermieter so bereits eine Kaution.
Damit kann er die Reparatur bezahlen. Oder den Schrotthändler, der den Rest der Kiste entsorgt.
Viele Kunden hören zum ersten Mal davon. Sie sind nicht bereit, den Betrag auf der Karte sperren zu lassen. Da kommt das Angebot am Abholschalter gerade recht.
Eine Versicherung, die diesen Selbstbehalt ausklammert!
Vielen Dank, liebe Autovermietung. Das ist aber nett.
Leider ist das Angebot nicht umsonst. Aber das Problem ist mit 20 – 30 Euro pro Tag gelöst. Kein, oder nur ein geringer, Selbstbehalt bei der Buchung.
Man rechne. 30 Euro für 10 Tage. 300 Euro. Das ist manchmal mehr, als du für die Grundmiete für das Auto ausgegeben hast.
Autsch!
Autovermietung in Irland Tipp #4
Schließe den Selbstbehalt gleich bei der Online-Buchung aus. Du kannst den Selbstbehalt ausklammern und diese Versicherung (SCDW) sofort abschließen.
Das kostet dich nur einen Bruchteil des Betrages, der dir am Abhol-Desk in Rechnung gestellt wird. Es versteht sich aber von selbst, dass du diesen Ausschluss nicht direkt beim Anbieter online abschließen kannst.
Das geht nur über Vergleichsportale. Diese bieten diese Versicherung für ein paar Euro an.
Auf diese Weise zahlst du statt 300 Euro vielleicht 10 – 30 Euro.
Oh, diese Autovermieter sind so „sneaky”. Stimmt’s?
Doppelt hält besser, kostet aber Geld!
Auch hier ist das Kleingedruckte entscheidend: Umfassend versichern – vorhandene Deckungen vorab prüfen.
Als ich jung war, habe ich in der Versicherungsbranche gearbeitet. Ich habe „umfassende Versicherungs- und Finanzdienstleistungen” verkauft.
Der erste Schritt war eine umfassende Analyse der Kundensituation. Meistens fand ich Überschneidungen und Doppelversicherungen und sparte dem Kunden Geld.
Das gesparte Geld sollte in ein sinnvolles Finanzprodukt wie Fonds oder eine Lebensversicherung fließen.
Okay, okay. Eigentlich ging es darum, dem Kunden eine Lebensversicherung aufzuschwatzen. Da flossen die höchsten Provisionen.
Ich habe immer versucht, objektiv im Kundeninteresse zu handeln. Wo eine Lebensversicherung keinen Sinn machte, habe ich keine verkauft. Das ist der Grund, warum ich in diesem Job gescheitert bin.
Was hat das nun mit der Autovermietung in Irland zu tun?
Mit vielen netten Zusatzversicherungen machen die Autovermieter ihr Geld. Hier hat niemand einen Blick auf deine Gesamtsituation und die Vermeidung von Doppelversicherungen.
Am Abholschalter versucht man, dir teure Versicherungen anzudrehen. Und Zusatzleistungen.
Autofahren ist in Irland gefährlich. Zumindest, wenn man den freundlichen Damen und Herren am Abhol-Desk Glauben schenken darf.
Ohne Über- und Doppelversicherung will der Vermieter dich partout nicht auf die Straße lassen.
Möglicherweise bist du aber schon von zu Hause aus voll versichert. Beim ADAC hast du die Möglichkeit, über eine seiner Partnerfirmen ein Auto zu buchen.
Dann sind folgende Leistungen bereits enthalten: (Leistungen sind nicht abschließend)
Vollkasko-/Diebstahlversicherung ohne Selbstbeteiligung im Schadensfall
Haftpflichtversicherung gemäß den Mietbedingungen des Autovermieters
Mindestdeckungssumme 1 Mio. Euro (außer USA & Kanada)
Viele denken gar nicht an die Möglichkeit, ein Auto über einen ADAC-Premiumpartner anzumieten.
Eine andere Möglichkeit ist, die eigene Kfz-Versicherung zu überprüfen.
Gegebenenfalls sollte man beim Versicherer nachfragen, ob ein Mietwagen im Ausland mitversichert ist. Oder gegen einen geringen Aufpreis in Bezug auf die Selbstbeteiligung mitversichert werden kann.
Autovermietung in Irland Tipp #5
Meiner Meinung nach ist es am besten, sich „rundum sorglos” zu versichern. Stimmt der Preis, lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte.
Fragen daraus klärst du im Vorfeld.
Überlege dir, was du benötigst. Prüfe, welche Versicherungen bestehen. Wenn du beim ADAC bist, lass dir ein Mietwagen-Angebot machen.
Mit dem Premium Schutz Paket von Check24 oder anderen Portalen kannst du dieses Angebot vergleichen.
Wichtig:
Bei einem Unfall empfehle ich dir dringend, die Polizei einzuschalten. Damit du im Schadensfall nicht auf der Selbstbeteiligung sitzen bleibst.
Informiere bis zum Eintreffen der Polizei sofort die Autovermietung.
Die Garda wird dir einen Polizeibericht ausstellen.
Richtig und richtig gut versichert — Begriffe einfach erklärt
Wenn du ein Auto in Irland mietest, ist es wichtig, dass du korrekt versichert bist, um dich selbst und deinen Mietwagen zu schützen. Hier sind einige Schlüsselpunkte, die du beachten solltest:
1. Haftpflichtversicherung: In Irland ist eine unbegrenzte Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben und ist im Voraus bezahlten Preis aller Autovermietungen enthalten.
2. Diebstahlschutz: In Irland ist der Diebstahlschutz in der Grundmietrate enthalten.
3. Vollkaskoversicherung (CDW): Eine CDW deckt die Haftung bei Sachschäden am Fahrzeug. Es gibt zwei Optionen für die CDW: Du kannst dich entweder für die grundlegende CDW entscheiden, die in deinem Mietvertrag enthalten ist, oder du kannst eine zusätzliche Deckung erwerben.
4. Super-Kollisionsschaden-Verzicht (SCDW): SCDW ist eine zusätzliche Deckungsoption, die deine Selbstbeteiligung im Falle eines Unfalls reduziert.
5. Pannenhilfe-Deckung: Die Pannenhilfe-Deckung ist eine zusätzliche Versicherungsoption, die Hilfe leistet, falls dein Mietwagen eine Panne hat oder während der Fahrt andere Probleme auftreten.
Es ist wichtig zu beachten, dass keine Autovermietung in Irland dir ein Auto ohne zusätzliche Versicherung überlassen wird, normalerweise wird eine Vollkaskoversicherung mit einem Kollisionsschaden-Verzicht (CDW) benötigt. Überdies bieten einige Kreditkarten möglicherweise eine Deckung für Mietwagen in Irland an, daher ist es sinnvoll, vor dem Abschluss einer zusätzlichen Versicherung bei deiner Kreditkartengesellschaft nachzufragen.
Was ist der Unterschied zwischen CDW und SCDW bei der Kfz-Versicherung in Irland?
CDW steht für Collision Damage Waiver, das ist eine grundlegende Versicherungsleistung, die deine Haftung bei Sachschäden am Mietwagen in Irland begrenzt. SCDW hingegen steht für Super Collision Damage Waiver, das ist eine zusätzliche Versicherungsoption, die deine Selbstbeteiligung im Falle eines Unfalls reduziert.
Wenn du dich für die SCDW entscheidest, musst du nicht zusätzlich die CDW- und TP-Versicherung abschließen. Die CDW-Deckung ist in der Grundmietrate in Irland enthalten, aber die Selbstbeteiligungen können dennoch erheblich sein, die meisten liegen bei etwa 1.500 – 3.000 Euro (oder mehr, abhängig vom Fahrzeugtyp).
Auf der anderen Seite ist SCDW eine optionale Zusatzversicherung, die deine Selbstbeteiligung im Falle eines Schadens auf null reduziert (außer bei Luxusfahrzeugen, wo die Selbstbeteiligung nur reduziert werden kann).
Kreditkarte als Versicherung — die halbe Wahrheit
Viele Reisende kommen nach Irland mit dem guten Gefühl: Meine Kreditkarte deckt den Mietwagen ab. Amex Platinum, bestimmte Visa-Karten, manche Mastercards — sie alle werben mit Mietwagenversicherung als Kartenleistung.
Das stimmt. Und es stimmt auch wieder nicht.
Das Problem liegt nicht in der Kreditkarte, sondern im irischen System. Irische Autovermieter bestehen darauf, dass du beim Abholschalter eine CDW (Collision Damage Waiver) abschliesst — entweder über sie direkt oder nachweislich über ein Vergleichsportal. Diese CDW ist für sie keine Option, sondern Pflicht. Das Auto fährt ohne sie nicht vom Parkplatz.
Was bedeutet das für deine Kreditkarte?
Deine Kreditkartenversicherung greift in diesem Moment als sogenannte sekundäre Deckung. Sie zahlt erst dann, wenn eine primäre Versicherung — also die CDW — bereits gezahlt hat und trotzdem noch ein Restbetrag offen bleibt. Sie ersetzt die CDW nicht. Sie ergänzt sie, im besten Fall.
In der Praxis heisst das: Selbst mit einer Amex Platinum in der Tasche kommst du nicht um die CDW herum. Die Frage ist nur, ob du sie teuer am Schalter kaufst — oder günstig vorab über ein Vergleichsportal.
Eine Ausnahme gibt es.
Manche amerikanischen Kreditkarten — vor allem bestimmte Chase- und Amex-Produkte — bieten eine primäre Mietwagenversicherung an. Dies ersetzt tatsächlich die CDW, zumindest in der Theorie. In Irland stossen auch diese Karten aber regelmässig auf Widerstand am Schalter, weil die Vermieter auf ihrer eigenen CDW beharren.
Meine Empfehlung: Ruf vor der Reise bei deiner Kreditkartengesellschaft an. Frag explizit: Primäre oder sekundäre Deckung? Gilt die Deckung in Irland? Und gilt sie auch, wenn der Vermieter eine eigene CDW verlangt? Die Antworten auf diese drei Fragen entscheiden, ob deine Karte im Ernstfall wirklich hilft — oder nur auf der Website gut klingt.
Versteckte Zusatzkosten, vor denen du dich in Acht nehmen musst
Auf dem Weg hierhin habe ich dir schon einige Stolperfallen aufgezeigt. Leider sind wir noch nicht am Ende. Die fiesesten Fallen habe ich bis zum Schluss aufbewahrt.
Flughafengebühren
Einige Autovermieter sind tatsächlich derart dreist und verrechnen dir „Flughafengebühren”. Also nur, weil die den Standort am Flughafen haben – welcher logischerweise der perfekte Abgabeort ist – sollst du Gebühren bezahlen?
Storniere deine Bestellung sofort.
Solches Gebaren wollen wir gar nicht unterstützen …
Gebühren für die Grenzüberschreitung nach Nordirland resp. in die Republik
Die Vermieter verlangen von dir, dass du bestätigst, nicht die Grenze von der Republik Irland nach Nordirland (oder umgekehrt) zu überschreiten.
Ein Grenzübertritt kann passieren, wenn du mit Absicht nach Nordirland fahren möchtest, der „unabsichtlich” wenn:
A) dein Beifahrer im Kartenlesen eine absolute Nulpe ist
B) du derart in der Pampa gelandet bist, dass kein Empfang mehr vorhanden ist
Willst du dies vermeiden, empfiehlt sich ein Navigationsgerät. Gerade die Wagen in einer höheren Kategorie haben ein Navi dabei. Du kannst dies auch schon bei der Online Buchung zufügen.
Willst du effektiv auch nach Nordirland fahren, musst du dies bei der Anmiete deklarieren und man wird dir so um die 30 Euro dafür berechnen.
Unverzichtbar: Der Sitz für die Kleinsten
Auch für die Sicherheit der kleinen Irland-Urlauber muss gesorgt werden. Natürlich bieten die Autoverleiher auch Kindersitze an.
Für die Babys gibt es den „Child Seat”, welcher von ca. 8-18 kg passt. Für ein größeres Kind von 18 bis 45 kg gibt es sogenannte „Booster” Sitze zu mieten. Bei großen Vermietern wie Hertz werden Kindersitze typischerweise pro Tag berechnet (rund 10–13 €/Tag, gedeckelt bei etwa 70–95 € pro Miete – exakte Preise im Angebot prüfen).
Es besteht auch die Möglichkeit, den eigenen Kindersitz mitzunehmen. Die Fluggesellschaften erlauben, sobald ein Sitz für das Kind gebucht wird, den Kindersitz.
Du musst aber vorgängig genau abklären, ob dein Kindersitz mitgenommen werden darf. Außerdem besteht die Gefahr, dass dein Modell nicht mit dem Mietauto kompatibel ist. Wobei grundsätzlich ISO-FIX oder das Gurtsystem bei jedem Auto passen sollten.
Doch du weißt ja, wie es ist mit diesen Standards …
Abholung: Diese Checks machst du direkt am Schalter
Du bist gelandet. Du hast deinen Koffer. Du stehst am Schalter. Padraig lächelt freundlich.
Genau jetzt entscheidet sich, ob deine Reise entspannt anfängt — oder ob du in drei Wochen einen Brief bekommst, in dem 800 Euro für einen Kratzer drinstehen, den du gar nicht verursacht hast.
Die folgenden Checks dauern zusammen keine zehn Minuten. Sie sind die billigste Versicherung deines Urlaubs.
Diese Unterlagen brauchst du am Schalter
Bevor du überhaupt zum Wagen kommst, prüft Padraig deine Papiere. Wenn etwas fehlt, fährst du nicht. So einfach.
Führerschein im Original — keine Kopie, kein Foto auf dem Handy. Bei Schweizer, deutschen und österreichischen Führerscheinen reicht das nationale Dokument.
Reisepass oder Personalausweis — als Identitätsnachweis.
Kreditkarte im Namen des Hauptfahrers — Debitkarten werden in den meisten Fällen NICHT akzeptiert. Karteninhaber muss identisch mit dem Hauptfahrer sein.
Voucher der Buchung — ausgedruckt. Viele Vermieter akzeptieren keine digitalen Versionen auf dem Handy. Klingt aus der Zeit gefallen, ist aber so.
PIN der Kreditkarte — du brauchst sie für die Kautionssperrung am Terminal.
Die Kreditkartensperrung — wisse, was passiert
Padraig schiebt deine Kreditkarte durchs Terminal. Auf dem Display erscheint plötzlich ein Betrag zwischen 1.500 und 5.000 Euro.
Keine Panik. Das ist die Kaution.
Dieser Betrag wird nicht abgebucht — er wird gesperrt. Das heisst: Auf deiner Kreditkarte verschwindet vorübergehend dein verfügbarer Rahmen in dieser Höhe. Bei der Rückgabe ohne Schäden wird die Sperre wieder aufgehoben, meist innerhalb von 5 bis 14 Tagen.
Wichtig: Stelle vor der Reise sicher, dass dein Kreditkartenrahmen hoch genug ist. Wer mit einer 1.500-Euro-Karte ankommt und 2.500 Euro Kaution zahlen soll, fährt nicht. Punkt.
Das Fahrzeug — Schritt für Schritt durchgehen
Padraig will dir die Schlüssel in die Hand drücken und „Have a nice trip!” rufen. Lass dich nicht hetzen. Die nächsten fünf Minuten gehören dir.
Aussen: Fotografieren, fotografieren, fotografieren
Geh einmal um den Wagen herum. Handy in der Hand, Kamera-App offen.
Vier Seiten des Wagens je einmal in Übersicht — vorn, hinten, beide Seiten.
Jeder Kratzer, jede Beule, jeder Steinschlag in Nahaufnahme. Auch wenn der Vermieter sagt „das ist schon dokumentiert” — dokumentiere du es auch.
Felgen und Reifen einzeln. Felgenkratzer sind ein Klassiker.
Windschutzscheibe und Heckscheibe — auf Risse und Steinschläge prüfen.
Dach — wird oft vergessen. Bei SUVs und Vans besonders relevant.
Wichtig: Aktiviere in den Foto-Einstellungen den Zeitstempel oder die Geo-Lokalisierung. So beweist du, dass die Aufnahmen am Tag der Abholung am Schalter entstanden sind.
Innen: Sauberkeit, Kilometerstand, Tankstand
Innenraum fotografieren — Sitze, Lenkrad, Armaturenbrett. Flecken oder Schäden vorab dokumentieren, sonst werden sie dir bei der Rückgabe angelastet.
Kilometerstand fotografieren — Tacho im Bild, am besten mit Datum sichtbar.
Tankstand fotografieren — Kraftstoffanzeige im Bild. Wenn der Vermieter „voll/voll” verspricht, der Tank aber nur 7/8 voll ist, hast du den Beweis.
Kraftstoff: Benzin oder Diesel?
Klingt banal. Passiert trotzdem.
Wer zu Hause immer Benzin tankt, tankt aus Gewohnheit auch in Irland Benzin. Wenn im Mietwagen aber ein Diesel läuft, ist das ein teures Problem — Umpumpen, Reinigung, Reparatur. Kosten im vierstelligen Bereich sind keine Seltenheit, und keine Vollkaskoversicherung der Welt deckt Fehlbetankung automatisch ab.
Zwei Sekunden beim Abholen sparen dir diesen Ärger:
Schau auf den Tankdeckel — dort steht es meistens drauf.
Schau in die Fahrzeugdokumente.
Oder frag Padraig einfach direkt.
Und fotografier den Tacho-Bereich gleich mit — Kraftstoffanzeige, Kilometerstand, Tanksorte wenn sichtbar. Dann hast du alles auf einem Bild.
Den Mietvertrag durchlesen — JA, wirklich
Ich weiss. Niemand liest Mietverträge.
Aber genau in diesen drei Minuten am Schalter verbergen sich die teuren Überraschungen. Achte besonders auf:
Selbstbehalt — steht der vereinbarte Betrag (z.B. 0 Euro bei SCDW) auch wirklich auf dem Vertrag?
Tankregelung — voll/voll, voll/leer oder Pauschale? Was steht drauf?
Inkludierte Kilometer — unbegrenzt oder limitiert?
Zusatzfahrer — eingetragen oder nicht? Wer nicht im Vertrag steht, ist nicht versichert.
Rückgabezeit und -ort — exakt notiert?
Zusatzleistungen — keine versehentlich angekreuzt, die du nicht bestellt hast?
Wenn etwas nicht stimmt: vor Ort klären. Nicht später anrufen. Vor Ort.
Den Grenzübertritt deklarieren — falls geplant
Planst du, nach Nordirland zu fahren? Sag es Padraig jetzt. Nicht erst, wenn du dort bist.
Der Grenzübertritt muss im Vertrag stehen, damit deine Versicherung auch jenseits der Grenze gilt. Kostet meist um die 30 Euro extra — aber ohne diese Deklaration bist du im Schadensfall im Nordirland-Modus auf dich allein gestellt.
Die Mini-Checkliste für den Schalter
Wenn du nur eine Sache aus diesem Kapitel mitnimmst, dann diese Liste. Im Idealfall hast du sie als Screenshot auf dem Handy:
Papiere prüfen: Führerschein, Pass, Kreditkarte, Voucher.
Kreditkartensperrung kontrollieren — Betrag passt zur Vereinbarung?
Aussen rundherum fotografieren — vier Seiten plus jeder Schaden im Detail.
Innen fotografieren — Sitze, Lenkrad, Tacho, Tankanzeige.
Kraftstoffsorte prüfen — Benzin oder Diesel?
Mietvertrag durchlesen — Selbstbehalt, Tankregelung, Kilometer, Zusatzfahrer.
Grenzübertritt deklarieren falls geplant.
Erst dann: Schlüssel nehmen und losfahren.
Fünf bis zehn Minuten Aufwand. Möglicherweise mehrere hundert Euro gespart. Das ist der beste Stundenlohn deines Urlaubs.
Fahren in Irland: Linksverkehr, Maut, Parken und Tempolimits
Du sitzt im Auto. Die Schlüssel stecken. Die ersten 100 Meter liegen vor dir.
Was du in den nächsten Tagen lernst, lernen Iren ihr ganzes Leben lang nicht — weil sie es nie anders kannten. Linksverkehr, ungewohnte Strassenränder, fiese Mautsysteme, gelbe Linien, Tempolimits, die irgendwie immer anders sind als gedacht.
Dieses Kapitel ist die Crashkurs-Version. Wer die folgenden Punkte verinnerlicht, fährt ohne böse Überraschungen.
Linksverkehr — der grosse Brocken
Achtung Linksverkehr. Deshalb auf der linken Fahrbahnhälfte die Rostlaube über die mit perfiden Schlaglöchern versehene Piste steuern.
Klingt trivial. Ist es nicht.
Die ersten Stunden im Linksverkehr sind anstrengend. Das Gehirn ist ständig im Doppel-Check-Modus. Was hilft:
Die erste Fahrt nach der Abholung am Flughafen erstmal eine Runde auf dem Parkplatz drehen. Lieber zehn Minuten Eingewöhnung als zehn Sekunden Schock im Kreisverkehr.
Kreisel sind links herum. Wer reinfährt, fährt nach links. Wer auf einen Kreisel zufährt, hat Vorfahrt von rechts — was sich in Irland anfühlt wie „von der falschen Seite”.
Beim Abbiegen immer kurz innehalten: auf welche Spur muss ich? Die innere Stimme „rechts!” ist hier dein Feind.
Die Gangschaltung ist links. Du wirst in den ersten Tagen mehrfach mit der rechten Hand an die Tür greifen. Das ist normal. Wer Automatik bucht, umgeht dieses Problem komplett.
Eine Beobachtung aus Erfahrung: Nach drei Tagen denkst du nicht mehr darüber nach. Nach einer Woche fühlt es sich normal an. Erst zu Hause, wenn du wieder rechts einsteigst, kommt der nächste Schreckmoment.
Tempolimits in Irland
Tempolimits gibt es selbst in Irland. Wer sie missachtet und von der örtlichen Polizei, der Garda, erwischt wird, muss wie in Deutschland ein Ordnungsgeld blechen.
Die Höchstgeschwindigkeiten sind also unbedingt einzuhalten:
Innerorts: 50 km/h
Kleine Landstraßen: 60 bis 80 km/h
National Roads (Schnellstraßen): 100 km/h
Motorways (Autobahnen): 120 km/h
Standard-Fixed-Charge für eine Geschwindigkeitsüberschreitung: 160 € bei Zahlung innerhalb von 28 Tagen, plus 3 Penalty Points im irischen Flensburg. Nach 28 Tagen erhöht sich die Strafe auf 240 €; bei weiterer Nichtzahlung droht eine Gerichtsverhandlung mit höherem Bußgeld.
Die Vollstreckung von Bußgeldbescheiden aus Irland ist auch in Deutschland möglich. Wer denkt, das Bußgeld komme ja nie an: Irrtum.
Die Maut — und die Falle dahinter
In Irland gibt es zwei Arten von Maut, und die Unterschiede sind entscheidend.
Auf den übrigen mautpflichtigen Streckenabschnitte der M1, M3, M4, M6, M7/M8 — fährst du durch klassische Mautstellen mit Schranken. Du zahlst vor Ort, entweder am Automaten oder am Kassier. Kein Stress, kein Nachspiel.
Anders als die M50, der Autobahnring rund um Dublin. Hier gibt es keine Schranken, keine Automaten, keinen Kassier. Das System heisst eFlow und funktioniert vollautomatisch: Dein Kennzeichen wird per Kamera erfasst, die Maut wird später verrechnet. Klingt unkompliziert. Ist es auch — solange du weisst was danach passiert.
Und genau hier wird es teuer.
Die eigentliche Maut auf der M50 ist überschaubar — ein paar Euro pro Durchfahrt. Was viele Reisende nicht wissen: Viele Autovermieter verrechnen zusätzlich eine sogenannte Handling-Fee. Pro Mautereignis. Die liegt je nach Anbieter zwischen 5 und 15 Euro — und erscheint still und leise auf deiner Abrechnung, oft Tage nach der Rückgabe.
Wer dreimal über die M50 fährt und einen Vermieter mit 10 Euro Handling-Fee hat, zahlt 30 Euro extra. Für die Verwaltung von ein paar Datenbankeinträgen.
Was kannst du dagegen tun?
Erstens: Vor der Buchung die Mautbedingungen lesen. Was verrechnet der Vermieter pro Mautereignis? Die Information steht im Kleingedruckten — meist unter „additional fees” oder „toll administration fee”.
Zweitens: Die M50 meiden wenn möglich. Wer Dublin umgeht oder die Innenstadt mit dem DART erkundet, hat das Problem gar nicht erst.
Drittens: Falls du weisst dass du die M50 nutzen wirst — manche Vermieter bieten ein Pauschal-Maut-Paket an. Das kann günstiger sein als Einzelabrechnung mit Handling-Fee.
Die Maut selbst ist kein Problem. Die Handling-Fee ist die Falle. Wer sie kennt, wird nicht überrascht.
Parkieren in Irland
Beim Parken in Irland solltest du vor allem drei Dinge im Blick behalten: Schilder, gelbe Linien und Clamping.
In Städten und größeren Orten gilt fast überall „Pay & Display” – du kaufst am Automaten ein Ticket und legst es gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe; typische Zeiten sind etwa 8–18 Uhr (Montag–Samstag), die Tarife liegen häufig um ca. 1,70 € pro Stunde, können aber je nach Stadt und Zone abweichen, deshalb immer die lokale Beschilderung lesen.
Doppelgelbe Linien bedeuten absolutes Parkverbot, auch wenn keine extra Schilder stehen; Parken in Busspuren, Ladezonen oder auf Radwegen während der Betriebszeiten führt schnell zu Strafen oder dazu, dass dein Auto „geclamped” wird (Radkralle), besonders in Dublin.
Wird dein Auto geklammert, zahlst du in Dublin aktuell 125 € für die Entfernung der Kralle; bezahlst du nicht rechtzeitig, kann der Wagen zusätzlich abgeschleppt werden, was weitere Gebühren nach sich zieht.
Für Menschen mit Behinderung gelten die in der EU üblichen Parkausweise (Disabled Parking Card/Blue Badge); mit einem gültigen Ausweis darfst du ausgeschilderte Behindertenparkplätze nutzen, meist kostenlos und nahe an den Eingängen, musst den Ausweis aber gut sichtbar auslegen.
Praktisch: Viele Gemeinden und Städte sind an Apps wie Payzone angebunden, mit denen du Parkplätze findest und Parkgebühren bequem per Smartphone zahlst – ideal, wenn du nicht mit Kleingeld jonglieren willst.
In kleineren Orten entlang des Wild Atlantic Way gibt es oft kostenlose oder günstige Parkplätze an Stränden, Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten, aber die Plätze sind begrenzt – also möglichst ordentlich einparken und keine Einfahrten oder engen Straßenabschnitte blockieren.
Wertsachen im Auto — niemals
Ein letzter Hinweis, weil er Urlaube ruiniert hat: Lass niemals Wertsachen sichtbar im Auto. Auch keine Koffer, keine Taschen, keine Kameras.
Aufgebrochene Mietwagen sind in irischen Städten und an Touristenparkplätzen keine Seltenheit. Was du verlierst, ersetzt dir keine Versicherung. Lieber den Koffer in der Unterkunft lassen oder bei längeren Stopps in den Kofferraum — bevor du am Zielort ankommst, nicht erst beim Parken.
Rückgabe und Unfall: So vermeidest du Stress am Ende
Die Rückgabe eines Mietwagens kann lästig und stressig sein. Es ist ratsam, sich vorher mit den Richtlinien der Autoverleih vertraut zu machen. Diese sind von Firma zu Firma unterschiedlich. Deswegen ist es wichtig, zu wissen, was einen bei der Rückgabe erwartet.
Die Rückgabebedingungen sind in den AGB aufgeführt. Diese müssen erfüllt sein, damit keine zusätzlichen Gebühren anfallen. Dazu gehört, dass das Fahrzeug vollgetankt, ausgeräumt und innen sauber ist.
Die Zeit der Anmiete und Abgabe des Mietwagens
Bei der Anmietung eines Fahrzeugs ist es wichtig, pünktlich zu sein. Eine verspätete Abholung kann zur Stornierung des Mietvertrags führen. Informiere dich im Voraus, wo du das Fahrzeug abholen kannst und plane entsprechend. Im Falle einer Verspätung solltest du deinen Vermieter unter der auf deinem Voucher angegebenen Nummer anrufen.
Für eine reibungslose Anmietung solltest du auch Unvorhergesehenes einplanen. Wenn du unter anderem ein nicht verfügbares Fahrzeug buchst, solltest du bedenken, dass du vielleicht ein größeres oder besseres bekommst.
Gib Datum und Uhrzeit der Rückgabe korrekt ein. Wenn du dich vor der Buchung und Übernahme des Fahrzeugs über alle Bedingungen informiert hast, kannst du unerwartete Kosten oder Strafen vermeiden. Das spart Zeit und Geld.
Volltanken vor der Rückgabe
Wenn du die „voll/voll”-Option genutzt hast, musst du den Wagen vollgetankt zurückgeben.
Exkurs: Was ist die Volltankregelung?
Wenn du die Volltank-Regelung wählst, kannst du auf unkomplizierte Art unnötige Kosten vermeiden und mehr für dein Geld bekommen. Das bedeutet, dass du das Fahrzeug mit vollem Tank übernimmst und es mit der gleichen Kraftstoffmenge zurückgibt. Sprich mit vollem Tank. Vergewissere dich, bei Entgegennahme des Fahrzeuges, dass der Tank voll ist.
Bei Abholung des Autos wird eine Kaution von deiner Kreditkarte abgebucht, wenn du ein Fahrzeug mit Volltankoption mietest. Je nach den Kraftstoffpreisen in der Region liegt die genaue Höhe der Kaution zwischen 50 und 100 Euro.
Wenn du das Auto zurückgibst, hast du zwei Optionen: Entweder du gibst das Auto mit der gleichen Menge Benzin zurück, mit der du es übernommen hast. Oder du tankst das Auto vor der Rückgabe voll und lässt dir die Kaution auf deine Kreditkarte zurückerstatten. Bewahre beim Tanken alle Belege auf, denn sie sind Beweise für den Fall, dass es nötig wird. Sonst kann es sein, dass zusätzliche Kosten anfallen, z.B. für den Dienst oder das Auftanken.
Muss ich das Fahrzeug vor der Rückgabe reinigen?
Nein, du bist nicht verpflichtet, den Wagen vor der Rückgabe zu reinigen. Einige Autovermietungen verlangen dies allerdings, um den Zustand des Wagens bei der Rückgabe nicht bewerten zu müssen. Ist der Wagen jedoch stark verschmutzt oder hat er Flecken, die Schäden verdecken könnten, ist eine gründliche Reinigung ratsam.
Eine bessere Beurteilung der Schäden ist dann für beide Seiten möglich.
Damit bei der Rückgabe alles glatt läuft, solltest du vorher von innen und außen fotografieren. So dokumentierst du zu jedem Zeitpunkt deiner Reise den genauen Zustand des Fahrzeugs.
Rückgabe des Wagens: Kratzer, Beulen und die Vollkaskoversicherung
Wenn du eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hast, ist die Rückgabe des Mietwagens kein Problem. Bei der Rückgabe wirst du nach sichtbaren Schäden gefragt und das Fahrzeug wird kurz inspiziert. Wenn du Kratzer oder Beulen am Fahrzeug hast, solltest du diese unbedingt melden.
Bei einem Unfall solltest du dich so schnell wie möglich mit dem Vermieter in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Eine Vollkaskoversicherung bedeutet, dass du nichts bezahlen musst, wenn du einen Unfall hast oder Dritten einen Schaden zufügst. Außer natürlich, du hast dich fahrlässig im Straßenverkehr verhalten.
Die Mitarbeiter der Autovermietung helfen dir bei der Rückgabe, damit alles reibungslos abläuft. Es ist wichtig, dass du vor deiner Ankunft einen Schadensbericht mitbringst, um Missverständnisse bei der Übergabe zu vermeiden.
Einwegmiete – Abholung in Dublin, Rückgabe in Galway
Du möchtest dein Auto in Dublin abholen und in Galway zurückgeben? Eine Einwegmiete ist die perfekte Lösung. So sparst du Zeit und Geld. Klingt gut!
Leider falsch.
Die Autovermieter haben rasch einen Weg gefunden, dir eine zusätzliche Gebühr in Rechnung zu stellen. Die meisten Autovermieter verlangen einen Aufpreis für Einwegmieten. Schließlich muss ein Mitarbeiter das Auto abholen und wieder heimbringen.
So die Argumentation der Autovermieter.
Wir beide wissen: Das kann nicht stimmen. Steht das Auto in Galway, wird es einfach weitervermietet. Irgendwann kommt das Auto wieder nach Dublin. Und wenn nicht, dann spielt das für das Unternehmen auch keine Rolle.
Sind unbegrenzte Kilometer inkludiert?
Gib dich nicht mit einer begrenzten Kilometeranzahl zufrieden. Du willst schließlich frei wie ein Vogel die Insel erkundigen, ohne dir dabei Sorgen über die Kosten machen zu müssen. Deshalb Hände weg von Angeboten mit nur einer begrenzten Anzahl inkludierter Kilometer.
Vermeide Anbieter, welche Flughafengebühren verrechnen
Flughafengebühren sind Gebühren, die von Autovermietungen für die Abholung und Rückgabe am Flughafen erhoben werden. Ob ein Auto am Flughafen günstiger zu mieten ist als in der Stadt, hängt von mehreren Faktoren ab. In den Geschäftsbedingungen des Anbieters solltest du darauf achten, dass der Preis alle Kosten, die Flughafentaxen, umfasst. Um das beste Angebot zu erhalten, ist es ratsam, mehrere Mietwagenanbieter zu vergleichen.
Anbieter, die unverschämterweise eine Extra-Gebühr verlangen, solltest du meiden.
Häufig gestellte Fragen zu Mietwagen in Irland
Für welchen Zeitraum buchen Kunden oft ein Leihfahrzeug in Irland?
Autovermietung in Irland ist eine beliebte Option für Urlauber. Die Mietdauer beträgt 7-8 Tage.
Wird in Irland eine Gebühr für einen zusätzlichen Fahrer erhoben?
Selbstverständlich. Durchschnittlich werden €10 pro Tag für einen zusätzlichen Fahrer fällig. Bei guten Angeboten ist der Zusatzfahrer inklusive.
Kann ich in Irland ohne Kreditkarte ein Auto mieten?
Die Autovermieter sind im Jahr 2026 angekommen. Du kannst deine Buchung bei manchen Portalen mit PayPal oder per Lastschrift bezahlen, aber vor Ort verlangen die Vermieter fast immer eine Kreditkarte im Namen des Hauptfahrers für Kaution und eventuelle Schäden.
Die Höhe des Kreditkarten-Blocks liegt je nach Anbieter und Versicherungspaket meist irgendwo zwischen rund 250 € und 2.500 €; wenn du CDW über Kreditkarte/extern regelst, können es auch 5.000 € und mehr sein. Der Name des Karteninhabers muss mit dem des Hauptfahrers identisch sein.
Welche Extras werden in Irland bevorzugt?
Die beliebtesten Zusatzoptionen in Irland lauten:
Ausschluss der Selbstbeteiligung
Zusätzlicher Fahrer
GPS-Navigationssystem
Kindersitz
Überlege dir gut, ob du diese Extras benötigst. Vor der Buchung noch mal die AGB durchlesen!
Ist eine Klimaanlage vorhanden?
Wie die meisten Neuwagen haben auch die irischen Mietwagen eine Klimaanlage. Wie auch immer. 100 % darauf verlassen kannst du dich nicht. Wenn dir die Klimaanlage sehr wichtig ist, kontaktiere den Mietwagenanbieter zeitig.
Sind die Mietwagen in Irland mit Winterreifen ausgestattet?
Nein. Winterreifen sind nicht typisch für Irland. Man benutzt Allwetterbereifung.
Winterbereifung ist in Irland keine Pflicht, obwohl sie in der kalten Jahreszeit manchmal wichtig sein kann. Beachte bitte, dass es in Irland keinen Winterdienst gibt, wie du es von zu Hause gewohnt bist.
Bei Schnee und Eis werden zwar die Hauptverkehrsadern geräumt, aber die kleineren Straßen werden nicht vom Winterdienst geräumt. Den Straßendienst übernehmen hier oft private Firmen oder Privatpersonen wie Landwirte. Diese erhalten für ihre Arbeit eine Entschädigung vonseiten der Behörden. Ob und wann geräumt wird, bleibt ihnen überlassen.
Ist mein nationaler Führerschein in Irland gültig?
Ein Führerschein aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist für die Anmietung eines Autos ausreichend. EU-Bürger benötigen keinen internationalen Führerschein.
Voraussetzung ist, dass der Führerschein nicht abgelaufen und für die entsprechende Klasse gültig ist.
Wie buche ich in Irland einen Mietwagen mit Allradantrieb?
Es gibt nur wenige Autovermietungen, die einen Allradantrieb als Option anbieten. Alle großen Autovermietungen wie z.B. Enterprise und Sixt haben SUVs im Angebot. Wenn du unbedingt einen Geländewagen brauchst, solltest du das mit dem Vermieter abklären.
E-Auto mieten in Irland: Lohnt es sich?
Kurze Antwort.
Ja. Aber mit ein paar Vorbehalten.
Irland hat in den letzten Jahren ordentlich in Ladeinfrastruktur investiert. Den gesamten Wild Atlantic Way — eine der längsten Küstenrouten Europas — fährst du laut Ireland’s Travel Trade Network mit gerade mal rund zwei Ladevorgängen durch. Das klingt nach Zukunft. Und ist es auch, fast.
Der Haken: Miet-EVs sind noch Mangelware. Wer im Juli mit einem Elektroauto durch Connemara kurven will, muss früh buchen. Sehr früh. Nicht drei Wochen vorher. Eher drei Monate.
Welche Anbieter haben Elektroautos im Angebot?
Europcar Irland ist hier am weitesten — sie bieten EVs mit Zugang zu über 2.400 Ladepunkten über den Partner EasyGo. Gegen eine Tagesgebühr von rund 20 Euro bekommst du einen Ladeadapter, der ESB-, EasyGo- und Circle K-Stationen abdeckt. Sixt und andere Standardanbieter führen inzwischen ebenfalls Hybrid- und Elektrofahrzeuge im Angebot, aber die Verfügbarkeit schwankt je nach Standort und Saison.
Die Ladeinfrastruktur — besser als ihr Ruf
Die drei wichtigsten Netzwerke:
ESB (Electricity Supply Board) ist das grösste — über 1.500 öffentliche Ladepunkte irlandweit, mit einer eigenen App und Echtzeit-Karte. EasyGo ist der wichtigste private Anbieter, mit vielen Schnelllader direkt entlang des Wild Atlantic Way. Circle K, das irische Tankstellennetz, hat ebenfalls EV-Säulen — erreichbar über den Europcar-Ladeadapter.
Ein kurioser Rekordhalter am Rande: Den westlichsten EV-Lader Europas findest du im Gielty’s Pub auf Achill Island, County Mayo. Wo sonst.
Die beste Strategie: Laden über Nacht
Wer sein EV abends in der Unterkunft volllädt, startet jeden Morgen entspannt. Die meisten Hotels entlang des Wild Atlantic Way haben inzwischen Ladepunkte — Tripadvisor bietet einen Filter dafür. Wer in abgelegenen Regionen übernachtet, sollte das vorher explizit abklären. Eine leere Batterie irgendwo in West Kerry ist kein Spass.
Wichtig zu wissen: Die ESB-App lässt sich mit einem physischen RFID-Chip ergänzen, den du dir vorab bestellen kannst. Einige Ladestationen funktionieren nur per Chip — nicht per App. Kleines Detail, das im falschen Moment nervt.
Mein Fazit
E-Auto und Irland passen zusammen — aber nur mit Planung. Wer spontan bucht, wer in der Hochsaison kommt, oder wer vor allem abgelegene Gegenden abseits der Hauptrouten bereisen will, ist mit einem Hybrid oder klassischem Verbrenner auf der sicheren Seite. Wer früh bucht, die Route plant und die Unterkunft auf Lademöglichkeiten prüft: kein Problem.
Welche Fahrzeugtypen sind verfügbar und empfehlenswert?
Es gibt eine große Auswahl an Fahrzeugen. Kleinwagen, Kompaktwagen, Mittelklasse, Oberklasse oder SUVs und VANs.
Beliebte Modelle sind der Ford Mondeo oder der Nissan Qashqai sowie der Toyota Avensis.
Für das dickere Portemonnaie stehen BMW, Porsche aber auch Lamborghini zur Auswahl.
Wann ist es in Irland am billigsten, wann am teuersten ein Auto zu mieten?
Der günstigste Monat für einen Mietwagen in Irland ist Februar. Die Tagespreise liegen bei 25 €. Am teuersten ist es im Juli mit 137 Euro. Dazwischen schwanken die Preise je nach Jahreszeit.
In den Sommermonaten sind die Mietkosten tendenziell höher als in den übrigen Monaten.
Kann ich in Irland privat ein Auto mieten?
Am einfachsten ist dies mit einem Carsharing-Unternehmen wie Go Car. Dafür ist eine Mitgliedschaft notwendig. Du kannst ein Auto stundenweise oder auch tageweise mieten.
Abgerechnet wird pro Stunde. Die ersten 50 km sind im Preis inbegriffen. Bezahlt wird der Spaß mit einer Debit- oder Kreditkarte.
Nach der Buchung wird mitgeteilt, wo sich das Auto befindet. Go Car ist vor allem in den größeren Städten wie Dublin, Cork, Limerick und Galway verfügbar.
Eine weitere Besonderheit ist, dass du das Auto dorthin zurückbringst, wo du deine Reise begonnen hast.
Eine andere Möglichkeit ist die Anmietung bei einem Toyota-Vertragshändler. Die Registrierung und Auswahl des Toyotas erfolgt über eine App und dauert drei Minuten. Der Toyota-Händler kümmert sich um die gesamte Abwicklung und auch um die Abholung des Autos. Sogar eine Lieferung ins Hotel ist auf Wunsch möglich.
Warum sind Mietautos in Irland so teuer?
Seit Corona hat sich der Mietwagenmarkt auf der ganzen Welt völlig verändert. Wer früher für zwei Wochen 270 Euro zahlte, muss heute über 1200 Euro hinblättern.
Von dieser Entwicklung ist nicht nur Irland betroffen.
Als im Frühjahr 2020 niemand mehr auf Reisen war, saßen die Autovermieter auf ihren Fahrzeugen. Die Autos sind buchstäblich auf dem Hof stehen geblieben. Eine Autovermietung rechnet aber damit, dass die Autos herumfahren und nicht für alle eine Parkmöglichkeit.
Das hat dazu geführt, dass viele Autos verkauft wurden. Seit dem Frühjahr 2022 wird wieder gereist. Das Versäumte soll nachgeholt werden, doch nun stehen die Anbieter von Mietwagen vor einem Problem. Es gibt nicht genug Autos.
Es läuft wie immer. Die Preise steigen, wenn die Nachfrage hoch ist, das Angebot aber knapp. Die Autovermieter sind auch nicht in der Lage, einfach neue Autos zu kaufen. Zum einen fehlt vielen das Kapital für Neuanschaffungen, weil die Einnahmen aus den Vorjahren fehlen. Zum anderen ist die Automobilindustrie nicht in der Lage, so schnell so viele Autos zu liefern.
Welche Regeln muss ich beachten, wenn ich plane, mit meinem Mietwagen in Irland die Grenze nach Nordirland zu überqueren?
Wenn du mit deinem Mietwagen von Irland nach Nordirland (oder umgekehrt) fahren möchtest, ist das problemlos möglich. Es gibt keine Grenzkontrollen.
Allerdings solltest du deinen Autovermieter spätestens bei der Abholung darüber informieren, dass du vorhast, die Grenze zu überqueren. Je nach Autovermietung musst du für den Grenzübertritt einen Aufpreis bezahlen (Cross Border Fee).
Autovermietung in Irland unter 26 Jahren
Die meisten irischen Vermieter verlangen mindestens 25 Jahre und dass du seit mindestens 2 Jahren einen gültigen Führerschein hast. Zusätzlich gibt es oft die Bedingung, dass du schon seit rund 8 Jahren hättest einen Führerschein haben dürfen (’licence eligibility’). Unter 25 sind nur wenige Angebote verfügbar und meist mit hohem Jungfahrerzuschlag.
Außerdem brauchst du als Fahranfänger eine Kfz-Versicherungsbestätigung.
Diese muss in englischer Sprache sein. Sie muss belegen, dass du seit 5 Jahren unfallfrei gefahren bist. Auch hier können die Nachweisjahre verkürzt werden.
Bist du in der Probezeit, ist eine Automiete nicht möglich.
Warum ist es für junge Fahrerinnen und Fahrer in Irland so schwierig, ein Auto zu mieten? Laut Statistik verursachen Fahrer unter 26 auf der grünen Insel die meisten Unfälle.
Gut, dass du fragst! Auch hier helfen dir Mietwagen-Vergleichsportale weiter.
Eine Einschränkung musst du als junger Fahrer in Kauf nehmen. Du darfst nicht alle Fahrzeugklassen mieten.
Kein Land Rover. Keine schnittigen Sportwagen. Den Traum, mit einem Ferrari F40 über den Wild Atlantic Way zu brettern, musst du auf später verschieben.
Zusätzlich ist eine Risikoprämie pro Tag zu zahlen. Dieser wird in den meisten Fällen bei Abholung des Fahrzeugs bezahlt.
Genauere Informationen findest du in den Mietbedingungen. Lies sie auf jeden Fall vor der Buchung durch.
Wie teuer ist Benzin in Irland?
Im Frühjahr 2026 liegen die Spritpreise in Irland grob bei rund 1,90 €/l für Benzin und etwas über 2,10 €/l für Diesel; Tagespreise kannst du auf pumps.ie prüfen.
Kann man in Irland ein Auto auch für längere Zeit mieten?
Langzeitmieten sind möglich. Dies wird von allen größeren Firmen angeboten.
Zu Beginn unserer Auswanderung haben wir ein Auto für mehrere Wochen gemietet. Wir konnten es problemlos telefonisch verlängern.
Wo kann ich einen Mietwagen für meinen Urlaub in Irland buchen?
Mietwagen werden auf vielen Internetseiten angeboten. Ich empfehle dir als Einstieg ein Vergleichsportal wie zum Beispiel billiger-mietwagen oder Check24. Hast du ein passendes Angebot, kannst du immer auf die Webseite des Anbieters gehen und vergleichen.
Dabei ist es aber wichtig, die Leistungen genau zu vergleichen. Nach meiner Erfahrung ist das Angebot des Vergleichsportals üblicherweise preiswerter.
Möchtest du mir etwas mitteilen oder hast du eine Frage? Schreib mir einfach eine Nachricht.
Meine ganz persönlichen Erfahrungen mit Mietwagen in Irland
Wir schreiben das Jahr 2009 n.Chr.
Mietwagen der zahlreichen Autovermieter fahren zügig durch ganz Irland. Durch ganz Irland?
Nein!
An einem kleinen Flughafen im Westen der Insel versucht ein Irland-Neuling aus der Schweiz, sich mit einem riesigen Land Rover auf den engen irischen Straßen zurechtzufinden.
Die anderen geübten Autofahrer rund um den Flughafen von Shannon haben es nicht leicht…
So oder so ähnlich könnte man meinen Bericht über meine ersten Erfahrungen mit einem Mietwagen in Irland und damit im irischen Straßenverkehr einleiten.
Was steckt dahinter? Um das zu erfahren, musst du unbedingt weiterlesen.
Mit dem Mietwagen in Irland unterwegs
Die schönste Art Irland zu entdecken, ist für mich mit dem Auto. Es macht einfach Spass, mehr oder weniger gemütlich über die teilweise sehr holprigen und schlaglochreichen irischen Strassen zu tuckern und die Landschaft zu genießen.
Dabei ist Autofahren in Irland und meine Wenigkeit nicht gerade Liebe auf den ersten Blick. Schon bei unserem ersten Besuch in Irland war klar, dass wir die Schönheiten der grünen Insel unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden wollen.
Unsere Wahl für einen Mietwagen fiel auf die Firma Hertz.
Über das Internet suchen wir uns einen kleinen, aber schicken Wagen aus. Wohl wissend, dass die irischen Strassen nicht so breit sind wie bei uns in der Schweiz.
Und wir haben Geschichten gehört von den einheimischen Piloten, die auch auf unübersichtlichen Strassenabschnitten rasant unterwegs sind. Ohne Rücksicht auf Verluste donnern sie über die mit Schlaglöchern übersäten Pisten.
Ein kleines, wendiges Auto also. Es kommt anders, als man denkt …
Die Mietwagenübernahme am Flughafen Shannon
Um am nächsten Morgen mit dem Shuttlebus zum Flughafen Shannon zu fahren, übernachten wir in Galway. Der Flughafen ist sehr übersichtlich und wir finden schnell den Schalter des Autovermieters unseres Vertrauens.
Der junge Mann – nennen wir ihn Padraig – fragte mich nach der Buchungsnummer, nach meiner Kreditkarte und nach meinem Führerschein.
Meiner Anmietung ist nichts im Wege gestanden. Padraig muss nicht einmal meine Papiere kontrollieren, ein Blick auf meine ergrauten Schläfen genügt. Der scheint alt genug zu sein, um ein Auto zu mieten.
Dass gleich noch ein paar graue Haare dazu kommen werden, weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht… Zuerst bekommen wir noch ein paar Informationen und Hinweise.
Ich fasse es nicht, das ist ein verfl … ???!
Padraig lässt uns wissen, dass er in der von uns gewählten Kategorie leider kein Auto mehr zu haben hat.
Aber wir bekommen ein Auto einer höheren Kategorie. Ohne Aufpreis fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.
Okay – kein Problem, denke ich.
Ein etwas grösseres Auto ist vielleicht gar nicht so schlecht. Wenn ich mal ein Schlagloch erwische, ist die Chance vielleicht größer, dass ich ohne Bruch der Achse davonkomme.
Eine Straßenkarte und die Autoschlüssel werden uns in die Hand gedrückt.
Etwas irritiert schaue ich mir den Schlüssel an.
Land Rover steht darauf.
Sofort macht sich ein etwas mulmiges Gefühl in mir breit. Wir packen unsere Sachen und folgen Padraig durch den Regen zum Parkplatz.
Schon aus der Ferne sehe ich das Unheil kommen. Padraig läuft zielstrebig darauf zu.
Da ist er. Vor uns steht er.
Weiss mit gelben Streifen, unübersehbar die Aufschrift „Hertz”. Er ist riesig…
Kommst du mit dem Ding klar?
Das ist wohl eine Kategorie höher, als wir bestellt haben, bemerke ich, als Padraig meinen Schockzustand wahrnimmt.
„Kommst du damit klar?”, fragte er. „Klar”, versichere ich. Keine Sorge, Kumpel.
Innerlich verfluche ich Hertz, Land Rover, irische Straßen, Regen und die Insel ohnehin.
Aber es nützt nichts.
Auch die Suche nach der versteckten Kamera ist nicht von Erfolg gekrönt. Da muss ich jetzt durch.
Um unser Gepäck ins Trockene zu bringen, öffnen wir die Heckklappe, die etwa die Grösse eines Scheunentores hat. Die Ladefläche, die sich hier vor unseren Augen auftut, ist riesig. Die hinteren Sitze sind umgeklappt und wir könnten neben unserem Gepäck noch die Ausrüstung einer ganzen Hurling-Mannschaft transportieren.
Die ersten Fahrversuche auf den Strassen Irlands
Nach dem Einsteigen mache ich mich mit den Armaturen vertraut. Der Scheibenwischer und die Lüftung, damit die Scheiben nicht beschlagen, scheinen mir im Moment das Wichtigste zu sein.
Beim Blick in den Rückspiegel stelle ich fest, dass ich dank der getönten Scheiben und dem weissen Schriftzug „Hertz” fast nichts sehen kann. Toll.
Dafür stelle ich mit Erleichterung fest, dass sich die Pedale in der gleichen Anordnung befinden wie bei uns zu Hause. Das ist die gute Nachricht des Tages.
Also los. Wir fahren los. Zum Eingewöhnen drehe ich erst einmal eine Runde auf dem Parkplatz. Die Mitarbeiter der verschiedenen Autovermietungen lachen sich wahrscheinlich gerade kaputt hinter ihren Tresen, aber das ist mir egal.
Ich will ein Gefühl für das Auto bekommen. Die Sicht nach vorn ist genial. So weit, so gut. Nun kann ich aber nicht den ganzen Tag am Parkplatz des Flughafens Shannon herumkurven.
In gemütlichem Tempo tuckern wir auf die „keine Vorfahrt” zu. Bremsmanöver und erst mal durchatmen.
Um auf die richtige Seite zu kommen, warte ich noch ein paar Autos ab, ob die auch wirklich links fahren! Sie tun es. Jetzt heisst es auf eine Lücke warten, die groß genug ist.
Ich warte, bis kein Auto mehr kommt… Das dauert eine Weile.
Für eine Drehung um die eigene Achse hätte selbst ein Öltanker ausreichend Zeit.
Jetzt – Kupplung, Gas und rein ins Vergnügen! Wir fahren zunächst ohne Ziel. Ich muss ein Gefühl für den Linksverkehr und das Auto bekommen.
Die ersten Kreisel schaffe ich mit Bravour – auch dank des geringen Verkehrs. Das Fahren auf der „falschen” Seite der Straße, das Lenken auf der „falschen” Seite ist komisch. Auch die Gangschaltung befindet sich ungewohnter Weise nicht auf der rechten Seite. Sie muss mit der linken Hand bedient werden.
Es wird mir in diesem Urlaub noch einige Male passieren, dass ich mit der rechten Hand nach der Gangschaltung greifen will… und mir dabei die Hand an der Seitentür stosse.
„The King of the Road” – Unterwegs nach … ?
Ziellos fahren wir durch die irische Pampa. Aber langsam macht es mir Spass! Mit so einem großen Gefährt die Straße überblickt und herumfahren zu können, ist toll.
Plötzlich entdecken wir einen Wegweiser „Athenry”.
Das Lied „Fields of Athenry” kennt sicher jeder, der schon einmal in Dublins Ausgehviertel Temple Bar war. Es ist die Geschichte eines Mannes, der zur Rettung seiner Familie vor dem Hungertod Getreide stiehlt und dafür zur Strafe nach Australien deportiert wird.
Also. Ab nach Athenry.
Gas geben. Kupplung. Schalten …
…linke Hand, Reto. Linke Hand.
Egal.
Oh, Baby let the free Birds fly!
Irland, Mietwagen und ich. Es war keine Liebe auf den ersten Blick
Aber wie das so ist mit den Dingen, die man wirklich liebt — man kommt immer wieder zurück.
Ich hoffe, dieser Artikel hat dir ein paar Stolperfallen erspart. Vielleicht eine teure Versicherung am Schalter. Vielleicht den Schock beim Blick auf die Kreditkartenabrechnung drei Wochen nach der Heimreise. Vielleicht einfach nur fünf Stunden Recherche, die du dir geschenkt hast.
Hat dir der Artikel geholfen?
Dann freue ich mich über eine virtuelle Pint. Kein Abo, keine Verpflichtung. Einfach ein Dankeschön von Mensch zu Mensch, so wie man das früher noch kannte.
Und falls du noch tiefer in die Irland-Planung einsteigen willst: Jeden Sonntag schreibe ich für die Irland.Community über Orte, Geschichten und praktische Tipps. Geschrieben von jemandem, der seit 2015 auf der Insel lebt. Kostenlos, ohne Paywall, direkt in dein Postfach.
Sláinte. Auf eine gute Reise.
Reto



